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Meinen Hochzug hat Geburtstag!
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03-31-2009, 06:03 PM
Beitrag: #1
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Hi meine liebe Freunde,
es ist doch kaum zu fassen… heute ist meine Hochzugs-Operation schon genau ein Jahr her. Die letzte Tage hab ich sehr gemischte Gefühle gehabt. Ich hab gelacht und geweint. Dieses Jahr wahren Himmel und Hölle in einem. Es ist gut ein Mensch weißt nicht voraus wie die Dinge laufen werden, sonnst hätte ich bestimmt nie geglaubt ich würde fähig sein dies Alles zu durchstehen. Heutemorgen als ich unter der Dusche war, war daß um genau die gleiche Uhrzeit als letztes Jahr meiner letzte Dusche vor der OP. Als ich ankam auf meiner Arbeit, war daß die Uhrzeit wo letztes Jahr die OP angefangen hat. So hab ich den ganzen Tag heute zurück gedacht. Ich war heutemorgen stoltz als ich in den Spiegel geschaut hab. Ich sah eine Frau, der mann nicht ansieht sie hat keine Speiseröhre mehr und kaum noch Magen. Ich sah eine starke, gesunde Frau, zwar sehr dünn, aber sicher auch stark. Diese ganze Geschichte hat mich so geändert und gemacht zu wer ich jetzt bin. Noch immer bin ich nicht wo ich sein soll. Momentan ist meiner Vernarbung glücklicherweise endlich Vergangenheit, aber jetzt fängt erst den Prozess an wo ich lernen muß mit einen Hochzug zu leben. Leben mit einen Hochzug ist nicht besonders schwierig, aber mann soll sich gewöhnen an einige Sachen und mann soll lernen waß geht und waß nicht. So ist meinen Restmagen so klein, daß ich nur kleine Portionen nehmen kann. Weiter hab ich nach der OP eine Intoleranz für Laktose entwickelt, so wie auch eine Intoleranz für Nüsse und eine Intoleranz für Zucker in Kombination mit alle Getränke und in Kombination mit warme Speisen. Also keinen Chocolade mehr mit einen Kaffee und auch keine Keks mehr beim Kaffee... Ist nicht schlimm, mann gewöhnt sich daran. Wenn ich doch mal zu viel nehme, oder etwas wofür ich eine Intoleranz entwickeld hab, dann bekomme ich sehr schlimmen Dumping Syndrome. Dies macht es schwierig für mich ausreichend Kalorien hinein zu bekommen und deswegen hab ich momentan Untergewicht. Ich leb ja schon längere Zeit ohne Sonde jetzt und kann also nicht zwischendurch mit der Sonde schnell noch 1000 Kcal hinein pumpen wie vorher. Diese Sondenahrrung und die jahrenlange Achalasie haben meine Darmen verwöhnt: die sind ja gar nicht mehr gewohnt harte Arbeit zu leisten! Und jetzt müssen die auf einmal die Verdauung fast ganz auf sich nehmen, denn Speiseröhre und Magen hilfen die Darmen nicht mehr! Es ist also kein Wunder die Darmen sind mir manchmal ein wenig böse, neh? Es gelingt mir Alles immer besser und besser. Ich hab mein normales Leben wieder zurück. Ich soll mich zwar immer noch oft die Ruhe nehmen und wann immer ich kann lege ich mich mittags kurz hin und abends versuch ich oft auch nicht mehr zu viel zu machen. Aber ich kann mich wieder völlig auf meiner Familie richten, ich arbeite wieder meine volle Stunden und ich mache meine Freiwilligarbeit und politische Sachen auch wieder. Manchmal ist daß echt noch zu viel und dann laß ich es Alles mal für ein par Tagen, aber wie gesagt: es geht immer besser und besser. Meinen Hochzug hat mir viel mehr gekostet als ich vorher gedacht hab. Aber es hat mir auch viel viel mehr gebracht als ich mich vorher vorgestellt hab. Jetzt kann ich Alles Alles Alles schlucken, Reflux kenne ich kaum und Krämpfe gehóren natürlich auch zur Vergangenheit! Es hat sich so gelohnt! Wenn ich jetzt im Supermarkt bin und ich sehe die Wahl an Obst, Gemüse und Fleisch… ich fühl mich dann manchmal wie ein Kind daß zum ersten Mal etwas zum Naschen bekommt! Keine Babynahrrung mehr, keinen purierten Dreck, keinen Astronautenkost, keine Sondenahrrung. Es hat sich gelohnt. Ganz gerne will ich euch ALLE ganz ganz ganz herzlich danken für euren super Support vor, während und nach der OP-Zeit!!! Lieben Gruß, Isabella |
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04-02-2009, 01:13 PM
Beitrag: #2
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RE: Meinen Hochzug hat Geburtstag!
Liebe Isabella,
ganz sicher bist Du eine starke Frau! Das haben wir alle, die Dich in der letzten Zeit begleitet haben, erkannt. Du findest nichts schlimm - selbst jetzt die Intoleranz auf verschiedene Lebensmittel (Keks zum Kaffee) haut Dich nicht um. Genau das bewundere ich an Dir! Du verzweifelst nie sondern siehst immer und immer einen Ausweg und schaust nach vorne. Ich freue mich, Dich persönlich in Mainz kennenzulernen. Karin Die Sonne scheint immer! |
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10-08-2009, 08:25 AM
Beitrag: #3
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Mein neues Leben; ein Leben post-Hochzug
Hi an alle,
wollte mal einen kurzen Update schreiben hier aufs Forum, um den Kreis zu schließen, die Geschichte komplett zu machen. Also: vor einige Wochen hab ich eine Kontrolle-Skopie bekommen in Utrecht. Alles sieht fabelhaft schön aus bei mir drinnen! Momentan leb ich ein ganz normales Leben, besser als ich es mir erinnern kann; besser als in den vergangenen >20 Jahren worin ich schon Achalasie-erkrankt bin. Sicher hab ich einen Handicap, dies bleibt mein Leben lang so. Wenn Menschen mir heute fragen wie es mir geht, kann ich nur sehr glücklich sagen: super! Mann fragt sich dann ob den Hochzug mir nicht einschränkt und sicher macht es daß schon. Ich vergleich es immer wie folgt: wenn mann früher im Rollstuhl saß und dann plötzlich mit Krücken laufen kann, dann ist mann so happy und wenn jemanden fragt wie es ihm geht wird er nur so glücklich sagen: super! Und daß ist dann auch die Wahrheit. Mann kann eingeschränkt sein und da täglich dran denken, aber besser kann mann sehen wie viel mann gewonnen hat, oder? Also ich krieg heute ausreichend hinein. Ich esse oft am Tag, aber eigentlich nur 3x am Tag echt essen und dann zwischendurch viele Kleinigkeiten. Abends einen leckeren Rotwein mit Chips oder so gibt Kalorien, glaub mir .Eingeschränkt bin ich nur weil meine Portionen klein bleiben müssen und weil ich ja einige Sachen nicht mehr ertragen kann. So kann ich keinen Zucker in Getränke oder warmes Essen ertragen (also keine Keks zum Kaffee und keinen Zucker auf den Pfannkuchen); keinen Weißwein; keine Getränke mit Kohlensäure; keine Milchprodukte, ausser ein wenig Milch im Kaffee und ausser Käse (enthält keine Laktose); keine Nüsse. Nehm ich diese Produkte doch, dann bekomme ich Dumping Syndrome. Dies bekomme ich auch wenn ich etwas zu viel esse. Manchmal bekomme ich ohne den Grund zu verstehen Dumping. Gehört dazu und wenn es so ist dann ist es halt ab und zu so. Damit is sehr wohl zu leben und es kommt nicht so sehr oft vor. Oft ist es eine kurze Periode wo mann mehr mit Dumping zu tun hat. Oft ein Zeichen etwas anderes ist los im Körper (Grippe die kommen wird, Erkältung usw.). Die Verdauung ist halt meinen "soft spot". Ich nehm ausreichend Nexium und hab keinen Reflux. Ich schlaf erhöht, weil sonnst die Gefahr (so wie bei euch) besteht die Nahrrung läuft in der Luftröhre (hab ja einen offenen Mund/"Magen"-Verbindung). Ich bin sehr aktiv: ich fitness 2x der Woche eine ganze Stunde, ich arbeite 2 Tagen der Woche, ich mache zu mindest 1 bis 2 Tage der Woche politische und freiwillig Arbeit, ich hab natürlich den Haushalt zu tun und ich bin natürlich immer da für meine Kinder. Also ein komplett normales Leben, mit normale Aktivitäten. Essen klappt super: ich hab keine Vernarbungen mehr und brauch also keine Behandlungen mehr dazu (genau wie meine Ärtzte es mir versprochen hatten). Ich kann alles schlucken, nur Huhn kann manchmal ein wenig Problemen bereiten. Auch hier gilt wieder: wenn Grippe/Erkältung usw. unterwegs ist, kann ich etwas mehr Probleme haben, aber nie wirklich schlimm. Es ist und bleibt halt den "soft spot". Wenn mann dies weißt, kann mann damit umgehen und schiest nicht gleich im Stress. So bald die Grippe oder waß auch immer wieder weg ist, sind die Probleme auch weg. Momentan brauch ich mir mittags auch kaum noch hinzulegen. Wenn ich sehr viel zu tun gehabt hab, spür ich es wohl und nehm einen Tag Auszeit, aber oft ist dies nicht mehr notwendig. Mann lernt sehr wohl zu leben mit einen Hochzug. Es war einer der besten Entscheidungen meines Lebens! Lieben Gruß, Isabella |
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10-08-2009, 10:48 AM
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10-27-2009 09:29 AM von Gesche.)
Beitrag: #4
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RE: Meinen Hochzug hat Geburtstag!
hallo isabella,
super, dass du ein update gemacht hast von der situation des lebens mit einem magenhochzug! ich denke das ist eine ganz wichtige geschichte für einige! hoffentlich müssen nicht zu viele der betroffenen einmal über einen hochzug nachdenken, aber wenn doch: es geht!!!! das ist erfreulich und mutmachend!! weiter so! lieben gruß! gesche Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden! |
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